Ironman 70.3 in Lahti/Finnland

Auch dieses Jahr war mal wieder ein Start im europäischen Raum dran. Die Wahl fiel auf den Ironman 70.3 in Lahti/Finnland. Das außergewöhnliche bei diesem Wettkampf ist, dass der Start erst um 15.30 Uhr erfolgt und es ist Midsommer. Also können die letzten Athleten ihr Rennen bei Fast-Noch-Tageslicht finishen. Für die Reise nach Lahti kam diesmal die Fähre von Lübeck/Travemünde nach Helsinki zum Einsatz. Dies war definitiv die bequemste Art nach Finnland zu kommen. Gegen Mitternacht eingeschifft, dann 29 Stunden Fahrt über die Ostsee und einen Tag später gut erholt in Helsinki angekommen. Nach einem kurzen Sightseeing im sommerlichen Helsinki ging es dann ca. 120km weiter Richtung Norden nach Lahti. Dort angekommen im Hotel eingecheckt und erst mal die Lage erkundet. Das Eventgelände des Ironman 70.3 liegt direkt am Vesijärvi, ein ca. 107km² großer See. Einer von unzähligen Seen in Finnland. In der Konzerthalle von Lahti, der Sibeliustalo, war alles zentral untergebracht. Von der Akkreditierung, der Expo über das Race-Briefing bis zur Pasta-Party. Nachdem das alles erledigt war, ging es zurück zum Hotel. Nach einem ausgiebigen und langen Frühstück am nächsten Morgen ging es dann zum Einchecken. Das klappte alles völlig problemlos und so war noch viel Zeit, sich die Laufwege und weitere Streckenteile anzuschauen. Durch den späten Start war es leider nur so, dass jetzt doch einiges an Warterei zu bewältigen war und so natürlich auch etwas die Spannung abfiel, welche bei einem frühen Start ja quasi direkt nach dem Wach werden da ist und bis zum Start auch gut erhalten bleibt. Aber irgendwann ging es dann los zur Aufstellung für den Rolling-Schwimmstart, alle 5 Sekunden konnten 6 Athleten ins Wasser. So wurden das ca. 1600 Starter große Feld gut auseinander gezogen, ohne das die Prozedur allzu lange gedauert hat. Der See war mit ca. 18 Grad sehr angenehm zu schwimmen. Es herrschten allerdings anlandende Winde und so musste der erste Teil des Schwimmens permanent gegen Wind und Wellen angeschwommen werden. Der Weg zum Schwimmziel war dann entsprechend angenehmer. Der Wechsel vom Schwimmen auf das Rad klappte sehr gut. Es hätte schon etwas wärmer sein können, aber wie sagt man in Finnland, jeder Tag über 20 Grad ist Sommer, es waren knappe 20 Grad... Und Hügel gibt es im flachen Finnland auch, 560 Höhenmeter wollten auf der 90km Runde erklommen sein. Dafür entschädigte die Landschaft, alles sehr grün und idyllisch, immer mal wieder ein See rechts oder links der Straßen. Viele Hot-Spots gab es erwartungsgemäß nicht auf der Radstrecke, aber immer wieder gab es vereinzelt Gruppen und Grüppchen, welche die vorbei rasenden Fahrer anfeuerten. Trotz der Hügel und des teils böigen Winde wurde auch diese Radstrecke bezwungen. Zurück in der Wechselzone kurz in die Laufschuhe geschlüpft und auf zum Halbmarathon. Immer am Seeufer entlang auf einer Wendepunktstrecke, und immer den Wind mit dabei, gegen den man anlaufen musste. Nach 5:36:29 Stunden dann im Ziel angekommen, als 18. meiner AK, zufrieden mit dem Ergebnis und sehr viel Spaß gehabt. Auf dem Rückweg am nächsten Tag, haben wir dann noch einen Abstecher zur Skisprungschanze von Lahti gemacht (ist ja auch ein bekannter Wintersportort). Von dort oben hat man einen perfekten Blick, bei gutem Wetter, welches wir hatten (Sommer halt). Und im Sommer wird unterhalb der großen 130m Schanze der eigentliche Auslaufbereich der Schanze als Schwimmbad genutzt. Das gibt es auch nur hier in Finnland.

Günter